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Ergänzungskapitalanleihe – Besonderheiten am Beispiel erklärt

nachrangige Anleihe
Börse, Wertpapiere und Zinsen

Ergänzungskapitalanleihe – Besonderheiten am Beispiel erklärt

Bei einer Ergänzungskapitalanleihe handelt es sich um eine Anleihe, welche sich durch eine lange Laufzeit auszeichnet und im Regelfall ein nachrangiges Wertpapier darstellt. Dies bedeutet, dass der Gläubiger der Letzte ist, welcher im Fall des Konkurses bedient wird.

Eine Ergänzungskapitalanleihe ist dem Grunde nach eine klassische Anleihe, welche sich jedoch durch einige Besonderheiten auszeichnen:

(1) Eine Ergänzungskapitalanleihe hat immer eine sehr lange Laufzeit.

(2) Die Zinszahlung erhalten Sie nur dann, wenn der im vorangegangenen Jahr erzielte Jahresüberschuss vor Rücklagenbewegung dazu ausreicht.

(3) Im Falle der Liquidation oder des Konkurses des Emittenten werden Ihre Forderungen erst nach allen anderen bedient.

Beispiel Ergänzungskapitalanleihe

Nachstehend finden Sie ein Beispiel der RLB Steiermark. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass es sich hierbei um keine Anlageempfehlung oder bezahlte Werbung handelt. Es wurde willkürlich eine Ergänzungskapitalanleihe aus dem Internet gewählt.

Ergänzungskapital

Quelle: Wiener Börse, abgerufen am 07.12.2022

Zuerst stellt sich einmal die Frage, woran erkennen Sie überhaupt, dass es sich um eine Ergänzungskapitalanleihe handelt. Einerseits erkennen Sie das in diesem Beispiel am Namen der Anleihe, im Konkreten an Abkürzung EK-Anl. Darüber hinaus können Sie anhand der Laufzeit erkennen, dass es sich um eine Anleihe mit einer langen Laufzeit handelt. Aber die Laufzeit selbst ist keine Garantie dafür, dass es sich dann auch tatsächlich um eine Ergänzungskapitalanleihe handelt, diese ist lediglich ein Indiz. Alternativ könnte es beispielsweise auch eine Wohnbauanleihe sein, welche ebenfalls über lange Laufzeiten verfügen.

Darüber hinaus finden Sie in der Abbildung unter dem Punkt Rang der Anleihe den Vermerk „nachrangig“, auch das stellt wiederum ein Indiz für eine Ergänzungskapitalanleihe dar. Weiters zeichnen sich Ergänzungskapitalanleihen dadurch aus, dass Sie einen deutlich höheren Zins bezahlen als klassische Anleihen. Dies ist vor allem auf das höhere Risiko zurückzuführen.

Kurz zusammengefasst handelt es sich bei diesem Beispiel um eine festverzinsliche Anleihe mit einer jährlichen Zinszahlung in Höhe von 4,6 %, welche aber die bereits angesprochenen Besonderheiten aufweist und deshalb als Ergänzungskapitalanleihe bezeichnet wird.


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Die ersten knapp 21 Jahre seines Berufslebens hat Mag. (FH) Daniel Neurauter in unterschiedlichen Funktionen für österreichische und international tätige Banken gearbeitet, bevor es Daniel Neurauter 2016 in die Beratungs- und Bildungsbranche verschlagen hat. Heute arbeitet er als selbständiger Autor, Dozent und Business-Trainer für diverse Unternehmen, Hochschulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen sowie als selbständiger Unternehmensberater mit angeschlossener Multimedia-Agentur.


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